Kirche / Kapelle

Pfarrkirche

1857 wurde an der Kirchgemeindeversammlung einstimmig der Bau einer neuen Kirche beschlossen. Planverfasser und Erbauer war Baumeister Wilhelm Keller aus Hitzkirch. Von den vielen Objekten, die seine Handschrift prägen, gehört die Pfarrkirche von Doppleschwand zu den schönsten Bauwerken.

Kreuzwegstation

Der Beschluss der Kirchgemeinde wurde besonders veranlasst durch Jakob Hegi, Chorherr in Beromünster. Er knüpfte eine Vergabung an den Kirchenneubau von Fr. 5'000.– an die Bedingung, dass ohne Zögern der Bau in Angriff genommen werden müsse. Infolge dieses grossen Vermächtnisses wurde Chorherr Hegi zum Ehrenbürger von Doppleschwand ernannt.

Das heutige schmucke Gotteshaus wurde von 1860 bis 1864 im neugotischen Stil erbaut und dem Heiligen Nikolaus von Myra geweiht. Der 6. Dezember gilt daher als Kirchenpatrons-Fest. Die Kirche von Doppleschwand weist die Besonderheit auf, dass sie genordet ist, das heisst, der Chor zeigt gegen Norden, statt wie üblich gegen Osten. Von 1974 bis 1976 wurde in Zusammenarbeit mit der eidgenössischen und kantonalen Denkmalpflege die in ihrer Ausstattung vollständig erhaltene Pfarrkirche restauriert.

Fenster mit Glasmalerei

Einen wertvollen Schmuck erhielt die Pfarrkirche in den Jahren 1885/86 mit zehn bemalten Glasfenstern. Die in verschiedenen Farben gehaltenen Heiligenbilder stammen aus der Glasmalerei J. Kuhn in Basel-Mülhausen. In der Pfarrkirche Doppleschwand blieb ein Gemäldezyklus erhalten, der aufgrund seiner erstrangigen Bedeutung für die neugotische Kirche und deren Ausstattung, seiner Vollständigkeit und seiner hohen technischen Qualität besondere Aufmerksamkeit verdient. Mit zwölf figural/farbigverglasten Fenstern, ergänzt durch zwei Grisaillefenster und vier Blankverglasungen im Südbereich der Kirche, handelt es sich um ein Ensemble, das in seinem Umfang leider zu einer Seltenheit geworden ist. Im Sinne einer langfristigen Erhaltung der wertvollen Kirchenfenster wurden diese von 1992 bis 1995 in Zusammenarbeit mit der eidgenössischen Denkmalpflege vollständig restauriert.

Das Glockengeläute der Pfarrkirche ertönt im «Es-Dur-Akkord». Eine Glocke stammt noch aus der alten Kirche. Sie wurde 1491 aus den drei Glocken der ehemaligen Kirche gegossen. Die erste Orgel wurde 1912 erbaut und in den Jahren 1928 und 1941 erweitert. Ein Orgelumbau wurde 1972 getätigt. 1987 wurde eine neue Orgel eingebaut.

Taufstein

Durch die Aussenrenovation von 1999/2000 hat die Pfarrkirche einen neuen Schutzmantel erhalten. Im Jahr 2008 wurde im Innern der Pfarrkirche eine sanfte Renovation vorge-nommen. Diese umfasste neben der Innenraumkonservierung auch eine Erneuerung der Heizungsanlage und das Auffrischen des Holzbodens und der Kirchenbänke. Die Orgel wurde einer Generalrevision unterzogen.

Kapelle Brunegg

Auf sonniger Höhe, 913 m ü. M., westlich von Oberhüsern, steht auf der Krete ein kleines, hübsches Heiligtum – die Brunegg Kapelle. Dieser Ort ist schon 1737 in einer Gült erwähnt und der schmerzhaften Muttergottes geweiht. Die Jahrzahl 1809 an der Portalwand weist auf den Bau der heutigen Kapelle hin. In den Jahren 1969 und letztmals 2002 wurde sie einer Renovation unterzogen. Die zierliche Kapelle birgt als bedeutenden Schmuck eine gotische Pietà, aus der Zeit um 1530.

 

Kath. Kirchgemeinde
6112 Doppleschwand